E-world 2026: Unser Rückblick mit Digital- & Software-Fokus
Flexibilität, Speicher und digitale Steuerbarkeit prägen die Diskussion auf der E-World. Unser ehrlicher Messe-Rückblick sowie die Gespräche mit Expert:innen von u. A. Zenner, Weidmüller und CMBlu zeigen, welche Themen die Branche aktuell wirklich bewegen und warum Software zur zentralen Infrastruktur der Energiewende geworden ist.
Die Top-Gesprächsthemen auf der E-World 2026
Mit über 1.100 Ausstellern und rund 37.000 Fachbesucher:innen hat die E-World 2026 erneut ihre Rolle als Leitmesse der europäischen Energiewirtschaft bestätigt. Auf den Bühnen und in den Hallen ging es um Versorgungssicherheit, Speicherintegration, Flexibilitätsmärkte, resilientere Netzinfrastrukturen und neue Finanzierungsmodelle für erneuerbare Energien. Gleichzeitig rückten Themen wie KI, Smart Grids und digitale Plattformen spürbar in den Mittelpunkt. Statt abstrakt über Transformation zu diskutieren, arbeitet die Branche mit voller Kraft an der operativen Umsetzung.
Auffällig war dabei: Digitalisierung ist kein Nebenschauplatz mehr. Denn ohne leistungsfähige Software-Architekturen, interoperable Schnittstellen und sichere Dateninfrastrukturen sind Smart-Meter-Rollout, Flexibilitätsvermarktung, bidirektionales Laden oder Virtual Power Plants nicht realisierbar.
Auch wenn auf der Messe selbstverständlich viele weitere Themen präsent waren, sind wir mit einem klaren Fokus durch die Hallen gezogen: Wie wird aus Software, Speicher und erneuerbarer Erzeugung ein steuerbares, digitales Gesamtsystem? Die vielen in diesem Artikel verlinkten Interviews zeigen deutlich: Die nächste Phase der Energiewende entscheidet sich nicht allein am Ausbau der Infrastruktur, sondern an der Qualität der Software, die das System zusammenhält.
Im Interview mit CMBlu Energy
Wir haben uns mit John von CMBlu Energy über großskalige Energiespeicher als strukturelle Voraussetzung für die Energiewende unterhalten. Mit der Solid-Flow-Batterie entwickelt das Unternehmen eine Technologie, die hohe Energiedichte mit industrieller Skalierbarkeit verbinden soll und zum stabilisierenden Element zwischen Erzeugung und Verbrauch wird. Im Gespräch wurde deutlich: Entscheidend ist nicht nur die chemische oder physikalische Technologie, sondern die digitale Steuerung dahinter. Das eigens entwickelte Battery-Management-System „Power Pilot“ übernimmt das intelligente Kapazitäts- und Leistungsmanagement, ermöglicht perspektivisch Black-Start-Fähigkeit und schafft die Grundlage für vorausschauende Wartung über IoT-Daten und KI-Analysen.
Im Interview mit be.storaged (EWE)
Wir haben uns mit Nils von be.storaged, einer 100-prozentigen Tochter der EWE, über Batteriespeicher als zentrale Flexibilitätsoption im Energiesystem unterhalten. Im Gespräch wurde deutlich: Der Trend geht weg vom isolierten Speicher hin zu intelligent kombinierten Flexibilitätsmodellen. Behind-the-Meter- und Front-of-the-Meter-Anwendungen werden zunehmend miteinander verknüpft, um industrielle Speicher zeitweise netzdienlich verfügbar zu machen. Entscheidend dafür sind Energiemanagement-Systeme, die Flexibilität steuerbar und wirtschaftlich nutzbar machen. Für Nils ist klar: Ohne Digitalisierung, IoT und intelligente Software bleibt selbst die beste Speichertechnologie ungenutz. Erst die digitale Steuerung macht Energiewende operativ möglich.
Im Interview mit Weidmüller
Wir haben uns mit Julius von Weidmüller über aktuelle Trends rund um Netzstabilität und dezentrale Energieerzeugung unterhalten. Neben Wetterstationen zur Optimierung von PV-Anlagen und EZA-Reglern zur Fernsteuerung von Erzeugungsanlagen steht vor allem die Integration von Flexibilitäten im Fokus. Batteriespeicher prägen die Messe deutlich, nicht zuletzt aufgrund gesunkener Preise und attraktiver Geschäftsmodelle für Projektentwickler. Im Gespräch wurde klar: Energiewende und Digitalisierung bedingen sich gegenseitig. Mit zunehmender Dezentralisierung braucht es steuerbare Lasten, intelligente Regeltechnik und Software-gestützte Optimierungsmodelle. Gleichzeitig gewinnt Cybersecurity für kritische Infrastrukturen an Bedeutung.
Im Interview mit Zenner
Wir haben uns mit René von Zenner IoT Solutions über die Rolle digitaler Infrastrukturen in der Energie- und Wasserwirtschaft unterhalten. Im Gespräch wurde deutlich: Während Strom- und Wärmenetze zunehmend digital integriert werden, sieht das Unternehmen vor allem in der Wasserwirtschaft großes Potenzial. Die größte Herausforderung liegt dabei weniger in der Datenerfassung als in der Integration. Gekapselte Systeme und Datensilos erschweren eine automatisierte Steuerung der Netze. Gefragt sind interoperable Architekturen, offene Standards und resiliente Softwarestrukturen, die Flexibilitäten im Energiesystem netzdienlich orchestrieren können. Mit zunehmender Volatilität durch erneuerbare Energien wird genau diese digitale Koordination zum entscheidenden Faktor für stabile, klimaneutrale Netze.
Im Interview mit Solar Manager
Wir haben uns mit Kathrin von Solar Manager über die Rolle von Energiemanagement-Systemen in der Energiewende unterhalten. Mit dem neuen PV-Performance-Tool ermöglicht das Unternehmen ein herstellerübergreifendes Monitoring von Photovoltaik-Anlagen ohne zusätzliche Hardware. Im Gespräch wurde deutlich: Energiewende funktioniert nur digital. Lokale Datenerfassung, schnelle Verarbeitung und sichere Steuerung sind Voraussetzung, um Flexibilitäten nutzbar zu machen. Themen wie Flexibilitätsvermarktung oder bidirektionales Laden erreichen zunehmend Serienreife und werden vom Pilotprojekt zur konkreten Anwendung. Für Kathrin ist klar: Erneuerbare Erzeugung, Steuerbarkeit und Energiemanagement müssen künftig als strukturelle Voraussetzung für ein stabiles, intelligentes Energiesystem zusammen gedacht werden.
In aller Kürze: Unser Video Fazit von der E-world 2026
Niklas Tüpker, Business Manager CleanTech, und Johannes Kasch, Growth Marketing Partner, von slashwhy teilen im Video ihre Highlights von der E-world 2026.
Im Interview mit Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
Wir haben uns mit Astrid von Erneuerbare Energien Hamburg über die Entwicklung der Branche und die Rolle von Netzwerken unterhalten. Die E-world spiegelt aus ihrer Sicht deutlich den Wandel der Energiewelt wider: Erneuerbare Energien, Speicherlösungen, Wärme und Wasserstoff stehen heute im Zentrum und fanden noch vor wenigen Jahren eher am Rand statt. Beim Thema Digitalisierung sieht Astrid eine klare Notwendigkeit. Gleichzeitig wächst die Sensibilität für Sicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen. Mit zunehmender Bedeutung digitaler Systeme wird auch deren Schutz zur strategischen Aufgabe. Transparenz und bessere Abstimmung zwischen föderalen Ebenen betrachtet sie dabei als zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche digitale Transformation der Energiewende.
Im Interview mit Consolinno
Wir haben uns mit Klaus von Consolinno Energy über aktuelle Trends im Energiemarkt unterhalten. Im Fokus sieht er vor allem Heimenergiemanagement-Systeme sowie das wachsende Thema Flexibilität und Flexibilitätsvermarktung. Für Klaus ist klar: Digitalisierung ist die Grundlage der Energiewende. Ohne Datenerhebung und offene Standards bleibt Intelligenz im System unmöglich. Erst wenn Daten verfügbar und interoperabel nutzbar sind, können Algorithmen, Automatisierung und Flexibilitätsmodelle greifen. Entsprechend fordert er einen konsequenten Smart-Meter-Rollout und mehr Standardisierung, um eine offene, skalierbare Energiewende umzusetzen.
Im Interview mit WAGO
Wir haben uns mit Jannis von WAGO über die Digitalisierung von Niederspannungs- und Ortsnetzstationen unterhalten. Im Gespräch wurde deutlich: Hardware schafft die Grundlage, entscheidend wird jedoch die Software. Daten nur zu erfassen reicht nicht aus, denn ihr Wert entsteht erst durch strukturierte Aufbereitung und intelligente Auswertung. Gerade mit der steigenden Zahl dezentraler Erzeugungsanlagen wächst der Druck auf Netzbetreiber, Transparenz über Lastflüsse und Zustände im Netz zu gewinnen. Digitalisierung wird damit zur Voraussetzung für Netzstabilität.
Fazit und Take-Aways von der E-world 2026
Die E-World 2026 hat gezeigt: Die Branche ist im Umsetzungsmodus. Speicher werden gebaut, Flexibilität wird vermarktet, Netze werden digitalisiert. Doch je komplexer das System wird, desto klarer wird auch: Ohne saubere Software-Architekturen, interoperable Standards und resiliente Dateninfrastrukturen bleibt das Potenzial ungenutzt.
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob die Energiewende kommt, sondern wie gut wir sie technisch orchestrieren. Genau hier entsteht der Handlungsbedarf. Und genau hier entscheidet sich, wer die Transformation nicht nur begleitet, sondern aktiv gestaltet.
Mit über 250 Expert:innen aus Software-Entwicklung, UX-Design und agile Coaching unterstützen wir bei slashwhy Unternehmen dabei, komplexe Energie-Systeme digital beherrschbar zu machen und skalierbare Individual-Software für deinen Use-Case zu entwickeln. Wer die nächsten Schritte konkret angehen oder Ideen austauschen möchte, meldet sich am besten direkt bei Niklas Tüpker aus unserer CleanTech Crew.



